Medikamentöse Behandlung
Die verbreitetsten und wirkungsvollsten Medikamente zur Senkung der Cholesterinwerte sind die Cholesterinsyntheseenzymhemmer (Statine), die ein bestimmtes, für die Cholesterinproduktion in der Leber nötiges Enzym ausschalten. Statine reduzieren die LDLC-, aber auch die Triglyceridwerte und erhöhen den HDL-C-Spiegel. Hinsichtlich ihrer präventiven Wirksamkeit gegenüber Herzinfarkt sind Statine durchaus umstritten, nicht zuletzt wegen ihrer seltenen, aber schwer wiegenden Nebenwirkungen. Eine begonnene Statintherapie verursacht zudem hohe Kosten und muss über Jahre konsequent fortgesetzt werden. Weitere häufig eingesetzte Medikamentengruppen sind Fibrate (senken den Triglyceridspiegel, erhöhen die HDL-C-Werte) sowie Substanzen, die die Aufnahme von Cholesterin im Darm unterdrücken, wie etwa Gallensäureaustauschharze und die pflanzlichen Phytosterole. Eine sehr wirkungsvolle Neuentwicklung stellen die Cholesterinabsorptionshemmer (z.B. Ezetemib) dar. Diese Substanzen hemmen ebenfalls im Darm die Aufnahme von Cholesterin ins Blut. Ihre Wirkungsweise ist noch weitgehend unklar. In Kombination mit Statinen eingesetzt erhöhen sie deren Wirksamkeit, sodass geringere Statindosen ausreichen. Helfen alle diese Medikamente nicht, extrem hohe Cholesterinwerte zu senken, so ist in Ausnahmefällen eine Blutwäsche (Apharese) nötig, bei der das LDL-C aus dem Blut gefiltert wird.
Auch wenn zur Cholesterinhysterie kein Anlass besteht, ist eine ausgewogene Ernährung sicherlich alles andere als verkehrt – nicht nur, wenn es darum geht, Gefäßerkrankungen vorzubeugen. Dabei muss und darf man auch auf Fette nicht gänzlich verzichten; sie sollten aber nicht mehr als 30 Prozent der Nahrung ausmachen. Gesättigte Fettsäuren, d.h. tierische Fette, im Übermaß beeinflussen den Cholesterinspiegel negativ (senken HDL, erhöhen LDL). Besser sind pflanzliche Fette, also einfach ungesättigte Fettsäuren wie in Olivenöl und Rapsöl (erhöhen HDL, senken Gesamtcholesterin) und die mehrfach ungesättigten Fettsäuren wie in Sonnenblumenöl, Distelöl oder Walnussöl (senken Gesamtcholesterin). Aber auch diese Öle sollten nicht übermäßig verwendet werden, da sie sehr kalorienhaltig sind und damit die Entstehung von Übergewicht fördern. Innereien, Eigelb, Butter, Käse, Schmalz, Sahne, aber auch fettes Fleisch und Wurst enthalten hohe Mengen an Cholesterin und sind bei schlechten Blutfettwerten oder Vorliegen von Risikofaktoren zu meiden. Die tägliche Zufuhr an Cholesterin über die Nahrung sollte 300 mg nicht überschreiten. Zusammengefasst noch einmal die wichtigsten Elemente einer „herzgesunden“ Kost:
- möglichst wenig tierische, dafür mehr pflanzliche Fette, vor allem einfach ungesättigte Fettsäuren (Oliven- / Rapsöl)
- weniger als 300 mg Gesamtcholesterin / Tag
- möglichst viele Ballaststoffe (>30g / Tag), – wenig Zucker und Zuckerhaltiges
- wenig Alkohol
- wenig salzen, lieber viele Kräuter / Gewürze einsetzen
- viel Obst, Gemüse und Salat
- viel trinken
- sich Zeit zum Essen nehmen
Die Ernährung ist zwar ein sehr zentraler, aber letztlich nur einer von mehreren Bausteinen, auf denen eine wirksame Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen fußt. Sie muss eingebettet sein in ein umfassendes Konzept eines gesunden Lebensstils. Dazu zählt vor allem auch, ein Körperbewusstsein zu entwickeln und zu erkennen, wie es nicht nur auf lange Sicht, sondern ganz unmittelbar gut tut, sich viel zu bewegen, vernünftig zu essen, Alkohol nur in Maßen zu genießen und Nikotin ganz zu meiden.




