Darmkrebs
In Deutschland erkranken pro Jahr rund 34.000 Frauen und über 32.000 Männer an Krebs von Dickdarm oder Mastdarm (Rektum). Das Erkrankungsrisiko steigt ab dem 45. Lebensjahr deutlich an. Darmkrebs entsteht in Zellen der Darmschleimhaut. Experten gehen davon aus, dass etwa 10 bis 30 Prozent der Darmkrebserkrankungen auf ein familiäres Risiko bzw. eine erbliche Vorbelastung zurückgehen. Auch die Ernährungsweise scheint einen Einfluss zu haben. Fett- und fleischreiche Kost und wenig Ballaststoffe erhöhen das Risiko, ebenso bestimmte chronische entzündliche Erkrankungen der Darmschleimhaut sowie Polypen.
Mögliche Anzeichen für Darmkrebs, die auf jeden Fall abgeklärt werden müssen, sind Blutbeimengungen im Stuhl, aber auch auffällige, anhaltende Veränderungen der Stuhlgewohnheiten. Wichtigste Untersuchungsmethode bei Verdacht auf Darmkrebs ist die Darmspiegelung (Koloskopie). Dabei kann der Arzt die Darmschleimhaut genau betrachten und aus verdächtigen Bezirken Gewebeproben entnehmen, deren feingewebliche Untersuchung Aufschluss darüber gibt, ob es sich um Krebs handelt. Bestätigt sich der Verdacht, sind weitere Untersuchungen notwendig, um die Ausbreitung des Tumors zu bestimmen. Dazu gehören vor allem eine Ultraschalluntersuchung sowie bei größeren Tumoren eine Computertomografie des Bauchraums und Röntgenaufnahmen der Lunge. Auch wird ein Tumormarker bestimmt, das karzinoembryonale Antigen (CEA), das bei Darmkrebs häufig vermehrt im Blut auftritt. Besser als die Abklärung von Symptomen ist die Früherkennung von Darmkrebs, da dann die Erfolgsaussichten der Behandlung am besten sind. Im Rahmen des gesetzlichen Früherkennungsprogramms in Deutschland ist für Männer und Frauen ab dem 50. Lebensjahr eine jährliche Untersuchung vorgesehen. Dabei wird der Mastdarm mit dem Finger ausgetastet und ein Test auf unsichtbares Blut im Stuhl (Hämokkulttest) durchgeführt. Ab dem 55. Lebensjahr sieht das Programm eine einmalige Dickdarmspiegelung (Koloskopie) vor. Mit der Koloskopie lassen sich auch Krebsvorstufen mit hoher Sicherheit erkennen. War die Untersuchung ohne Befund, kann sie frühestens nach zehn Jahren wiederholt werden. In der Zwischenzeit sind keine weiteren Untersuchungen notwendig. Wer will, kann statt einer Koloskopie auch weiterhin Stuhltests durchführen lassen, und zwar im Abstand von zwei Jahren. Familien mit erblicher Vorbelastung müssen speziell betreut werden.
Die größte Bedeutung in der Behandlung von Darmkrebs hat die Operation. Der gesamte vom Tumor betroffene Darmabschnitt und die nächstgelegenen Lymphknoten werden entfernt. Saß der Tumor in einem höheren Darmabschnitt (Dickdarmkrebs), werden die Enden dann einfach wieder zusammengenäht. Bei Sitz im Mastdarm, sehr nahe am Darmausgang, wird versucht, den Schließmuskel zu erhalten. Am ehesten ist dies möglich, wenn der Tumor klein und noch nicht in die Muskelschicht der Darmwand eingedrungen ist. Aber auch größere Tumoren lassen sich durch eine vorgeschaltete Strahlentherapie oder kombinierte Strahlenchemotherapie oft so weit verkleinern, dass der Schließmuskel erhalten werden kann. Gelingt dies nicht, muss der Darm auf Dauer einen künstlichen Ausgang durch die Bauchdekke erhalten (Stoma, Anus praeter). Bei kleinen, nicht in die Tiefe vorgedrungenen und örtlich begrenzten Tumoren ist nach der Operation keine weitere Behandlung nötig. Wurden in den bei der Operation mitentfernten Lymphknoten Tumorzellen gefunden, erfolgt eine zusätzliche (adjuvante) Chemotherapie, die in regelmäßigen Abständen über mehrere Monate verabreicht wird. Bei Tumoren in den unteren zwei Dritteln des Mastdarms hat sich nach der Operation die Kombination einer Chemotherapie mit einer Bestrahlung der ehemaligen Tumorregion bewährt, die das Risiko eines örtlichen Wiederauftretens der Erkrankung vermindern kann. Bei Mastdarmkrebs wird eine adjuvante Therapie auch dann empfohlen, wenn keine Lymphknoten befallen waren. Auch wenn bei Diagnosestellung bereits Metastasen vorhanden sind, ist die operative Entfernung des Tumors in der Regel die Methode der Wahl. Einzelne Fernmetastasen in Leber oder Lunge werden nach Möglichkeit ebenfalls operiert. Bei zahlreichen Metastasen wird eine Chemotherapie durchgeführt. Auch wenn die Erkrankung weit fortgeschritten ist, gibt es zur Linderung der Beschwerden vielfältige Möglichkeiten, einschließlich einer wirksamen Schmerztherapie. Hoffnung richtet sich auch auf neue Behandlungsansätze, die gezielt in die Wachstumsregulation der Tumorzellen eingreifen und beispielsweise die Weiterleitung von Wachstumssignalen blockieren.
Wurde ein Stoma angelegt, entleert sich der Darminhalt entweder kontinuierlich in einen Plastikbeutel oder nach einer täglich vom Patienten durchzuführenden Darmspülung (Irrigation). Der Umgang damit erfordert eine gewisse Eingewöhnung. Meist wird der Patient damit schon im Krankenhaus von Fachpersonal (Stomatherapeuten) vertraut gemacht. Die Strahlenbehandlung im Mastdarmbereich kann zu einer vorübergehenden Schleimhautentzündung führen. Während einer Chemotherapie kann es vor allem zu Schwäche, Übelkeit und erhöhter Infektanfälligkeit kommen. Eine spezielle Diät ist meist nicht nötig. Es hat sich aber gezeigt, dass eine vollwertige und bedarfsgerechte Ernährung erheblich zur Verbesserung der allgemeinen gesundheitlichen Situation beitragen kann. Wichtig ist aber immer, nur das zu essen, was man auch gut verträgt.
Ziel der Nachsorge ist die Früherkennung von behandelbaren Rückfällen und von Behandlungsfolgen. Wurde ein Darmkrebs im Frühstadium entdeckt, ist das Rückfallrisiko gering. Dann werden eine körperliche Untersuchung und eine Koloskopie nach sechs Monaten, zwei und fünf Jahren und im Weiteren alle drei Jahre empfohlen. Bei größeren Tumoren sind körperliche Untersuchung, CEA-Bestimmung und Ultraschalluntersuchung des Bauchraums in den ersten beiden Jahren alle sechs Monate vorgesehen, danach jährlich. Eine Koloskopie wird nach zwei und fünf Jahren durchgeführt. Im Mittelpunkt stehen die Besprechung mit dem Arzt (Anamnese) und die körperliche Untersuchung. Mit Ultraschalluntersuchungen der Leber kann eine noch heilbare frühe Einzelmetastase erkannt werden. Bei Verdacht auf einen Rückfall oder bei Symptomen erfolgt eine gezielte Abklärung.
Was kann man bei einem Krankheitsrückfall tun?
Gerade bei spät entdeckten Tumoren kommt es nach einer Erstbehandlung im Laufe der nächsten Jahre häufig zu einem Rückfall, entweder im Darm (Lokalrezidiv) oder in Form von Metastasen. Beim Lokalrezidiv steht wiederum, sofern möglich, die Operation im Vordergrund. Manchmal kann eine Teilentfernung des Tumors sinnvoll sein, um einen drohenden Darmverschluss abzuwenden. Einzelne Metastasen in der Leber können operiert, mit einer durch die Haut eingeführten Sonde vereist oder etwa mit hitzeerzeugendem Laserlicht zerstört werden. Auch das gezielte Einspritzen von Alkohol ist eine Möglichkeit. Eine Bestrahlung kommt bei Mastdarmtumoren in Betracht, deren Rezidiv nicht operierbar ist. Ansonsten wird bei Metastasierung eine Chemotherapie durchgeführt, die das Fortschreiten der Erkrankung verzögern und Beschwerden lindern kann.
Wie sind die Heilungsaussichten?
Wird Darmkrebs in einem frühen Stadium entdeckt, in dem der Tumor auf den Darm begrenzt ist, kann die Mehrzahl der Patienten durch die Operation geheilt werden. Sind lediglich die nächstgelegenen Lymphknoten befallen, bestehen immer noch gute Heilungsaussichten. In weiter fortgeschrittenen Stadien und bei Metastasierung zielt die Behandlung darauf ab, das Fortschreiten der Erkrankung zu verzögern und die Beschwerden zu lindern.
Was kann man bei einem Krankheitsrückfall tun?
Gerade bei spät entdeckten Tumoren kommt es nach einer Erstbehandlung im Laufe der nächsten Jahre häufig zu einem Rückfall, entweder im Darm (Lokalrezidiv) oder in Form von Metastasen. Beim Lokalrezidiv steht wiederum, sofern möglich, die Operation im Vordergrund. Manchmal kann eine Teilentfernung des Tumors sinnvoll sein, um einen drohenden Darmverschluss abzuwenden. Einzelne Metastasen in der Leber können operiert, mit einer durch die Haut eingeführten Sonde vereist oder etwa mit hitzeerzeugendem Laserlicht zerstört werden. Auch das gezielte Einspritzen von Alkohol ist eine Möglichkeit. Eine Bestrahlung kommt bei Mastdarmtumoren in Betracht, deren Rezidiv nicht operierbar ist. Ansonsten wird bei Metastasierung eine Chemotherapie durchgeführt, die das Fortschreiten der Erkrankung verzögern und Beschwerden lindern kann.
Wie sind die Heilungsaussichten?
Wird Darmkrebs in einem frühen Stadium entdeckt, in dem der Tumor auf den Darm begrenzt ist, kann die Mehrzahl der Patienten durch die Operation geheilt werden. Sind lediglich die nächstgelegenen Lymphknoten befallen, bestehen immer noch gute Heilungsaussichten. In weiter fortgeschrittenen Stadien und bei Metastasierung zielt die Behandlung darauf ab, das Fortschreiten der Erkrankung zu verzögern und die Beschwerden zu lindern.




