Reizdarm
Das Reizdarmsyndrom (lat.: Colon irritabile) ist die häufigste
funktionelle Magen-Darm-Erkrankung mit oft
erheblichen, jahrelangen Beschwerden wie Durchfall,
Verstopfung, Schmerzen oder Blähungen. Der Begriff
„funktionell“ bedeutet, dass keine organische Ursache
vorliegt. In Deutschland sind bis zu 20 Prozent
der Erwachsenen vor allem im jüngeren und mittleren
Alter und Frauen etwa doppelt so häufig wie Männer
betroffen. Das Krankheitsbild ist schon seit über
hundert Jahren bekannt. Doch noch immer ist nicht
geklärt, wie das Reizdarmsyndrom entsteht. Vermutet
wird, dass Reizdarmpatienten eine veränderte
Wahrnehmung im Bereich des Darms haben, ausgelöst
durch psychische Belastung wie Angst oder Stress:
Bereits normale Verdauungsabläufe empfinden sie als
schmerzhaft. Verantwortlich dafür könnte der Botenstoff
(Neurotransmitter) Serotonin sein.
Die wichtigsten Symptome eines Reizdarms sind:
- lang andauernde Magen-Darm-Beschwerden wie Blähungen und Völlegefühl, Schmerzen und Druckgefühl in der Bauchregion,
- Linderung der Schmerzen nach Stuhlentleerung,
- Verstopfung oder Durchfall (auch im Wechsel),
- Veränderungen der Stuhlbeschaffenheit (hart bis breiig-wässrig, eventuell schleimig).
- Unwohlsein,
- Sodbrennen,
- Depressionen und ängstliche Verstimmungen,
- Schmerzen in anderen Körperregionen (z.B. Kopfoder Rückenschmerzen),
- Schlafstörungen und Müdigkeit.
- starker Gewichtsverlust;
- Blut im Stuhl;
- Erbrechen;
- Fieber;
- anhaltende, gleichförmige und punktuelle akute Schmerzen;
- neu aufgetretene, erst seit kurzem bestehende Beschwerden;
- Beschwerden auch in der Nacht.
- Laboruntersuchung von Blut (auf Entzündungszeichen), Stuhl (auf verstecktes Blut: Haemoccult-Test), Urin;
- Dickdarmspiegelung;
- Kontrastmitteldarstellung des Darms mittels Röntgenbild;
- Ultraschall;
- Untersuchungen auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten.
Steht nach Ausschluss aller sonstigen in Frage kommenden
Erkrankungen der Befund eines Reizdarmsyndroms
fest, lässt sich in vielen Fällen durch gezielte
Maßnahmen eine deutliche Besserung der Symptome
erreichen. Bei Durchfall oder Verstopfung, Blähungen
und Oberbauchschmerzen können Naturheilmittel
mit Auszügen aus Pfefferminze, Kümmel
oder bitterer Schleifenblume Erleichterung bringen.
Weil Angst und Stress eine wichtige Rolle bei der Entstehung
eines Reizdarmsyndroms spielen, können Entspannungsübungen
die Beschwerden lindern. Auch
eine Ernährungsumstellung (faserreiche Kost und Verzicht
auf individuell unverträgliche Nahrungsmittel)
kann helfen. In manchen Fällen ist auch eine psychotherapeutische
Begleitung sinnvoll.
Medikamentöse Therapie
Je nach Art der Beschwerden sind verschiedene Medikamente hilfreich wie z.B. Loperamid bei Durchfall. Stehen hauptsächlich Krämpfe im Vordergrund, können Medikamente wie Butylscopolamin die Verkrampfungen der Darmmuskulatur lösen. Entschäumer wie Simeticon lassen Blähungen verschwinden. Zurzeit werden neue verschreibungspflichtige Wirkstoffe entwickelt, die in den Serotoninhaushalt eingreifen und so die Darmbewegungen positiv beeinflussen.
Das Reizdarmsyndrom ist eine langfristige Erkrankung. Die derzeit zur Verfügung stehenden Medikamente können zwar die Beschwerden lindern, aber keine andauernde Heilung bewirken. Da sie meist nicht für eine Daueranwendung geeignet sind, dürfen sie nicht bedenkenlos eingenommen, sondern müssen an die aktuellen Beschwerden angepasst werden. Auch pflanzliche Abführmittel sollten nicht unkritisch verwendet werden, denn gerade sie können bei Langzeitgebrauch schädlich wirken. Lassen Sie sich in Ihrer Apotheke beraten.
Medikamentöse Therapie
Je nach Art der Beschwerden sind verschiedene Medikamente hilfreich wie z.B. Loperamid bei Durchfall. Stehen hauptsächlich Krämpfe im Vordergrund, können Medikamente wie Butylscopolamin die Verkrampfungen der Darmmuskulatur lösen. Entschäumer wie Simeticon lassen Blähungen verschwinden. Zurzeit werden neue verschreibungspflichtige Wirkstoffe entwickelt, die in den Serotoninhaushalt eingreifen und so die Darmbewegungen positiv beeinflussen.
Das Reizdarmsyndrom ist eine langfristige Erkrankung. Die derzeit zur Verfügung stehenden Medikamente können zwar die Beschwerden lindern, aber keine andauernde Heilung bewirken. Da sie meist nicht für eine Daueranwendung geeignet sind, dürfen sie nicht bedenkenlos eingenommen, sondern müssen an die aktuellen Beschwerden angepasst werden. Auch pflanzliche Abführmittel sollten nicht unkritisch verwendet werden, denn gerade sie können bei Langzeitgebrauch schädlich wirken. Lassen Sie sich in Ihrer Apotheke beraten.




